?????????????????????????????????????????????????????????????Ina Kindergarten in Berlin-Prenzlauerberg. Berlin, 27.03.2012

 

 

 

 

 

 

 

 

Programm

Hintergrund

Frühe Förderung ist wichtig, damit Sprachdefizite im weiteren Bildungsverlauf nicht größer werden. Um die Bildungschancen für alle Kinder zu verbessern, hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) überarbeitet. Seit August 2014 soll jedes Kind von Anfang an im Kitaalltag sprachlich gefördert werden. Der punktuelle Sprachtest Delfin 4 wurde für Kita-Kinder abgeschafft und durch eine kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung ersetzt.

Das Programm „Bildung braucht Sprache” unterstützt ausgewählte Kitas und Grundschulen dabei, die Sprachbildung und -förderung in ihren Einrichtungen dementsprechend weiterzuentwickeln – Hand in Hand mit Grundschulen und Eltern. Bis zum Programmende im Dezember 2016 entsteht ein Qualitätsentwicklungsinstrument, das über das Programm hinaus als Leitfaden für vergleichbare Entwicklungsvorhaben dienen soll.

Übergangsgestaltung und Zusammenarbeit mit Eltern

Wenn die Grundschullehrerin weiß, wie Leyla ihre türkische Muttersprache im Kitaalltag einbringt oder welche Bücher, Lieder und Reime der kleine Mathis schon kennt – dann hilft das nicht nur den Kindern beim Start in die Schule, sondern erleichtert auch die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen. Eine enge Zusammenarbeit von Kita und Grundschule ist daher die Voraussetzung für eine kontinuierliche kindliche Sprachbildung. Das bedeutet konkret: Beide Bildungseinrichtungen entwickeln ein gemeinsames Verständnis von sprachlicher Bildung, erarbeiten gemeinsame Konzepte und Maßnahmen und tauschen sich auch über die individuelle Entwicklung des Kindes aus. So entsteht ein fließender Übergang von der Kita in die Grundschule.

Dasselbe gilt für die Kooperation mit Eltern. Ein regelmäßiger Austausch zwischen den pädagogischen Fachkräften und Eltern trägt dazu bei, die kindliche Sprachentwicklung besser zu verstehen. Vor allem dann, wenn Kinder mehrsprachig aufwachsen, können die Eltern wertvolle Hinweise über die Sprachentwicklung geben. Andererseits haben die Erzieherinnen und Erzieher das nötige Fachwissen, um den Eltern Tipps zu geben, wie sie die Sprachentwicklung ihres Kindes zuhause unterstützen können.

Vernetzung und Austausch

Insgesamt 16 Kitas aus Nordrhein-Westfalen wurden im Tandem mit jeweils einer oder auch mehreren Grundschulen aus ihrer Umgebung für die Teilnahme am Modellprogramm ausgewählt. Sie vertiefen ihre Kooperation und bilden regionale Bündnisse. Alle Beteiligten eint das Interesse, die Arbeit der jeweils anderen Institutionen näher kennenzulernen und gemeinsam Konzepte und Projekte zu entwickeln, um die Sprachbildung und -förderung zu verbessern. Mögliche Projekte sind beispielsweise das Erarbeiten gemeinsamer Fördermaterialien oder Vorlesestunden von Schulkindern und Eltern in der Kita.

Mehr über die teilnehmenden Einrichtungen erfahren Sie hier.

Unterstützung für die Modelleinrichtungen

Die Sprachbildung in alle Situationen des Kitaalltags einzubetten und zu erkennen, wann ein Kind besonderen Förderbedarf hat – das erfordert linguistische, didaktische und viele weitere Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Anforderungen sind enorm hoch und es mangelt nicht an theoretischen Ansätzen, sondern eher an deren praktischer Umsetzung im Kita- und Schulalltag. Deshalb erhalten die Modelleinrichtungen folgende Unterstützung:

  • regelmäßige Besuche vor Ort durch Praxisbegleiter
  • Fortbildungen rund um Sprachbildung und -förderung
  • Austausch und Input auf Netzwerktreffen und bei gegenseitigen Hospitationen
  • Entwicklungsmittel für die Finanzierung konkreter Maßnahmen

Wissenschaftliche Begleitung

Wissenschaftler begleiten das Programm, um das Wissen über die Methoden und Prozesse zu sichern – sowohl für die Praktiker als auch für die Bildungspolitik und -verwaltung.

Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die eduCERT GmbH mit Sitz in Berlin.

Weitere Informationen zur Evaluation des Programms können Sie auf diesem Poster nachlesen:

PDF-Dokument herunterladen

 

Abschlussveranstaltung

30.11.2016. Auf der Abschlussveranstaltung im Düsseldorfer Malkasten erörterten rund 80 Teilnehmer aus Verwaltung, Kitas, Grundschulen und Wissenschaft die Erkenntnisse, Erfahrungen und Ausblicke des Programms „Bildung braucht Sprache“. In einer umfangreichen Ausstellung mit vielfältigen Beispielen und Ergebnissen der Kitas und Grundschulen sowie einer Prodiumsdiskussion zum Thema „Transfer und Verstetigung“ wurden die Erkenntnisse und Erfahrungen des Programms zusammengefasst.

Zudem wurde die Handreichung Sprachbildung gemeinsam gestalten. Ein Leitfaden zur Qualitätsentwicklung für Kitas und den Übergang in die Grundschule“ (PDF) vorgelegt. Der Leitfaden gibt Gestaltungsideen zur Sprachbildung in Kindertageseinrichtungen und im Übergang zur Grundschule. So bekommen Kitas und Schulen die Möglichkeit auch nach Programmende von den Erfahrungen und Erkenntnissen der teilnehmenden Institutionen zu profitieren.

Um die Sprachbildungsmöglichkeiten von Kindern zu gestalten, haben sich von 2014 – 2016 sechzehn Tandems aus Kita und Grundschule in Nordrhein-Westfalen mit Unterstützung durch die Bildungsverwaltungen vor Ort zusammengeschlossen. Im Netzwerk schafften die Experten abgestimmte Prozesse – von einer wirksamen Sprachbildung im pädagogischen Alltag über die Zusammenarbeit mit Eltern bis hin zu einem nahtlosen Übergang von der Kita in die Grundschule. Zudem begleiteten Wissenschaftler das Programm, so dass nicht nur Praktiker wegweisende Antworten auf ihre Fragen erhielten, sondern auch die Bildungspolitik und -verwaltung.